SFB1192

Projekt A4

Autoreaktive T-Zellreaktionen in der Glomerulonephritis (GN)

Immunvermittelte Glomerulonephritiden sind das Resultat einer adaptiven Immunreaktion auf glomeruläre Strukturen oder einer Reaktion auf zirkulierende lösliche oder zelluläre Antigene, die sich in den Glomeruli manifestiert. Die anti-glomeruläre Basalmembran Glomerulonephritis (anti-GBM-GN) wird durch die Immunreaktion gegen das Goodpasture-Antigen α3IV-NC1 verursacht. Die Bildung und renale Ablagerung von anti-α3IV-NC1 IgG sind zentrale Prozesse in der Manifestation der anti-GBM-GN. Klinische und experimentelle Daten belegen aber auch eine grundlegende Rolle von T Zellen in der Pathogenese dieser Krankheit.

Die Immunisierung von DBA/1-Mäusen mit α3IV-NC1 verursacht eine nekrotisierende GN, die in wesentlichen Krankheitsparametern mit der humanen anti-GBM-GN vergleichbar ist. In dieser Experimentellen Autoimmunen Glomerulonephritis (EAG) können wir α3IV-NC1-spezifische CD4+ TH1- und TH17-Zellen in den entzündeten Nieren nachweisen. Unsere Ergebnisse deuten weiter darauf hin, dass sowohl TH1- als auch TH17-Zellen an der Bildung der nekrotisierenden GN beteiligt sind. Das aktuelle Projekt hat zwei Schwerpunkte. Das erste Ziel ist die Charakterisierung von Mechanismen, die autoreaktive T-Zellen und das Voranschreiten der Nierenerkrankung zu einer nekrotisierenden GN in der EAG kontrollieren. Der Fokus liegt hierbei auf der Funktion von regulatorischer T-Zellen sowie von IL-6, einem zentralen Regulator von Entzündungsreaktionen. Das zweite Ziel ist die Charakterisierung autoreaktiver CD4+ T-Zellen in humanen Glomerulonephritiden. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger GN-Register werden wir versuchen PLA2R1- und THSD7A-spezifische CD4+ T-Zellen in Patienten mit einer Antikörper-positiven membranösen GN oder Proteinase 3 und myeloperoxidasenspezifische CD4+ T-Zellen in Patienten mit einer ANCA-assoziierten GN zu identifizieren und zu charakterisieren. Insgesamt erwarten wir, dass die Ergebnisse unserer Arbeit zu einem besseren Verständnis der durch autoreaktive T-Zellen vermittelten Prozesse der Nierenschädigung führen werden, und dass potenzielle Ziele für neuartige antigenbasierte Behandlungsstrategien für autoimmune Nierenerkrankungen identifiziert werden können.

Projekt-Team B2

Projektleiter:
Profil Nick Tomas
Profil Gunther Zahner

Mitarbeiter:
Larissa Seifert (Naturwissenschaftliche Doktorandin)
Silke Dehde (MTA)

 

Publikationen

  • The role of regulatory T cells in Experimental Autoimmune Glomerulonephritis.

    Klinge S, Yan K, Reimers D, Brede KM, Schmid J, Paust HJ, Krebs CF, Panzer U, Hopfer H, Mittrücker H-W. Am J Physiol Renal Physiol. 2019  

  • Adaptive immunity and IL-17A are not involved in the progression of chronic kidney disease after 5/6 nephrectomy in mice.

    Rosendahl A, Kabiri R, Bode M, Cai A, Klinge S, Ehmke H, Mittrücker HW, Wenzel UOBr J Pharmacol. 2018 Sep

  • Tissue-Resident Lymphocytes in the Kidney. 

    Turner JE, Becker M, Mittrücker HW, Panzer UJ Am Soc Nephrol. 2018 Feb

  • Proliferation of Ly6C+ monocytes during urinary tract infections is regulated by IL-6 trans-signaling.

    Dixit A, Bottek J, Beerlage AL, Schuettpelz J, Thiebes S, Brenzel A, Garbers C, Rose-John S, Mittrücker H-W, Squire A, Engel DR.J Leukoc Biol. 2018 Jan

  • Autoimmune Renal Disease Is Exacerbated by S1P-Receptor-1-Dependent Intestinal Th17 Cell Migration to the Kidney. 

    Krebs CF, Paust HJ, Krohn S, Koyro T, Brix SR, Riedel JH, Bartsch P, Wiech T, Meyer-Schwesinger C, Huang J, Fischer N, Busch P, Mittrücker HW, Steinhoff U, Stockinger B, Perez LG, Wenzel UO, Janneck M, Steinmetz OM, Gagliani N, Stahl RA, Huber S, Turner JE, Panzer U.Immunity. 2016 Nov

  • CXCR3+ regulatory T cells control Th1 responses in crescentic GN.

    Paust HJ, Riedel JH, Krebs CF, Turner JE, Brix SR, Krohn S, Velden J, Wiech T, Kaffke A, Peters A, Bennstein SB, Kapffer S, Meyer-Schwesinger C, Wegscheid C, Tiegs G, Thaiss F, Mittrücker HW, Steinmetz OM, Stahl RA, Panzer U.J Am Soc Nephrol. 2016 Jul

III. Medizinische Klinik und Poliklinik
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